2026. nov. 2.

Kommt die Vermögensteuer? Fragen, die vor der steuerlichen Planung beantwortet werden sollten

Wenn von der geplanten Vermögensteuer die Rede ist, interessiert die meisten zunächst, ob sie betroffen sein werden und mit welcher Steuerbelastung sie rechnen müssen. Bevor jedoch die Steuerlast berechnet werden kann, sind einige grundlegende Entscheidungen zu treffen. Für viele vermögende Familien bietet die Vermögensteuer einen Anlass, ihre Vermögensstruktur, die Zukunft ihres Unternehmens sowie ihre Nachfolgeplanung zu überprüfen und neu auszurichten.

Kommt die Vermögensteuer? Fragen, die vor der steuerlichen Planung beantwortet werden sollten

Bevor die Vermögensteuer berechnet werden kann, muss klar sein, welches Vermögen überhaupt vorhanden ist

Nach dem derzeitigen Gesetzesentwurf könnte ein Nettovermögen von mehr als 1 Milliarde Forint steuerpflichtig werden. Bevor jedoch Berechnungen zur möglichen Steuerbelastung angestellt werden, sollten einige grundlegende Fragen geklärt werden:

  • Aus welchen Vermögenswerten besteht das Familienvermögen genau?
  • Wer ist Eigentümer der einzelnen Vermögenswerte?
  • In welchen Ländern befindet sich das Vermögen?
  • Wie liquide sind die einzelnen Vermögensbestandteile?
  • Wer wird das Vermögen künftig erben oder verwalten?

Für die Vorbereitung bleibt allerdings nur wenig Zeit. Nach den bislang bekannten Vorstellungen könnte bereits die am 31. Dezember 2026 bestehende Vermögenssituation für die erste Vermögensteuerpflicht maßgeblich sein.

Die Berechnung der Vermögensteuer ist komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint

Der Wert eines Vermögensgegenstands und seine Fähigkeit, die Finanzierung einer Steuerzahlung zu ermöglichen, sind nicht dasselbe. Ein mehrere Milliarden Forint wertvolles Familienunternehmen kann beispielsweise ein erhebliches Vermögen darstellen, seinen Eigentümern jedoch nur begrenzte liquide Mittel zur Verfügung stellen. Eine Immobilienportfolio, ein Wertpapierdepot oder größere Bargeldbestände stellen wiederum ganz andere Ausgangssituationen dar.

Ebenso macht es einen Unterschied, ob es sich um Vermögenswerte in Ungarn oder im Ausland handelt, um Mehrheits- oder Minderheitsbeteiligungen oder um Strukturen im Rahmen von Treuhandlösungen bzw. Stiftungen. Noch komplexer wird die Situation, wenn Familienmitglieder in verschiedenen Ländern leben oder sich das Vermögen über mehrere Staaten verteilt.

Die Expertinnen und Experten von LeitnerLeitner und LeitnerLaw betrachten steuerliche und rechtliche Fragestellungen in enger Abstimmung. Unser Geschäftsbereich Private Clients & Family Offices wurde speziell für Privatpersonen, vermögende Familien und familiengeführte Strukturen geschaffen. Vermögensplanung betrachten wir im Zusammenspiel von Einkommen- und Körperschaftsteuer, Vermögen, Nachfolge sowie internationaler Mobilität. Dabei steht auch die Erfahrung des internationalen Netzwerks der Leitner-Gruppe zur Verfügung, was insbesondere bei grenzüberschreitenden Familienvermögen und internationalen Strukturen von Bedeutung sein kann.

Sechs wichtige Fragen zur Vermögensteuer, die bereits heute gestellt werden sollten

1. Haben wir tatsächlich einen vollständigen Überblick über das Familienvermögen?

Ein umfassendes Verständnis der Vermögenswerte, Eigentumsverhältnisse und familiären Zielsetzungen bildet die Grundlage jeder Vermögensteuerplanung.

2. Wie viel ist das Vermögen tatsächlich wert?

Die Bewertung nicht börsennotierter Unternehmen kann eine besonders komplexe Aufgabe sein. Der Unternehmenswert wird nicht nur durch das Eigenkapital beeinflusst, sondern auch durch die Ertragskraft, den Immobilienbestand und die angesammelten Gewinne. Neben der eigentlichen Bewertung gewinnt auch eine belastbare Dokumentation zunehmend an Bedeutung.

3. Entspricht die bestehende Eigentümerstruktur noch den aktuellen Anforderungen?

Die Einführung einer Vermögensteuer kann Anlass sein, bestehende Vermögensstrukturen zu überprüfen. Dabei kann es sinnvoll sein, über folgende Themen nachzudenken:

  • Trennung von operativem und Anlagevermögen,
  • Verwaltung von Immobilienvermögen,
  • Sinnhaftigkeit einer Holdingstruktur,
  • Eigentumsverhältnisse innerhalb der Familie,
  • Einsatz von Treuhand- oder Stiftungsmodellen.

Gleichzeitig ist zu beachten, dass die Schaffung einer neuen Struktur allein nicht automatisch zu Steuerersparnissen führt.

4. Welche Pläne bestehen für das Vermögen in den kommenden Jahren?

Die Auswirkungen einer Vermögensteuer sollten nicht ausschließlich auf Grundlage der aktuellen Situation beurteilt werden. Ebenso wichtig sind Ereignisse, die in den nächsten fünf bis zehn Jahren erwartet werden.

Zum Beispiel:

  • Ist ein Generationenwechsel im Familienunternehmen geplant?
  • Soll ein externer Investor eingebunden werden?
  • Ist ein Umzug ins Ausland vorgesehen?
  • Werden weitere Immobilien erworben?
  • Soll das Vermögen neu investiert werden?
  • Ist ein Unternehmensverkauf geplant?

All diese Faktoren können die Vermögens- und Steuersituation der Familie erheblich verändern.

5. Bestehen internationale Bezüge des Vermögens?

Bei Familienvermögen mit grenzüberschreitenden Elementen können insbesondere die steuerliche Ansässigkeit, internationale Doppelbesteuerungsabkommen sowie die Besteuerungsrechte der beteiligten Staaten von besonderer Bedeutung sein.

6. Wie kann die Vermögensteuer finanziert werden?

Dies ist möglicherweise die praktisch wichtigste Frage. Ein Unternehmen oder Immobilienvermögen im Wert von mehreren Milliarden Forint bedeutet nicht zwangsläufig, dass entsprechende liquide Mittel verfügbar sind. Zur Finanzierung der Steuer können beispielsweise erforderlich werden:

  • Gewinnausschüttungen,
  • der Verkauf einzelner Vermögenswerte oder
  • eine Überarbeitung der Liquiditätsstrategie der Familie.

Im Zusammenhang mit der erwarteten Regelung konzentrieren sich viele ausschließlich auf die Höhe der möglichen Steuerbelastung. Die wichtigste Aufgabe besteht derzeit jedoch nicht darin, die Steuer zu minimieren, sondern das Familienvermögen umfassend zu erfassen, zu bewerten und eine langfristig tragfähige Struktur zu schaffen.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur, wie hoch die Vermögensteuer Ende 2026 ausfallen könnte. Ebenso wichtig ist, ob das Vermögen der Familie, ihre Unternehmen und ihre Eigentümerstrukturen ausreichend auf die Herausforderungen des kommenden Jahrzehnts vorbereitet sind.

Vermögenssteuerplanung im Geschäftsbereich Private Clients und Family Office

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