In den vergangenen vier Jahrzehnten ist in den entwickelten Ländern das Gesamtvermögen auf mehr als das Sechsfache des Nationaleinkommens angewachsen (zuvor etwa das Dreifache), zudem ist die Vermögensverteilung deutlich ungleicher geworden. Dennoch wenden die meisten Staaten keine allgemeine und direkte Vermögensteuer an – obwohl sie zur Bewältigung der weltweit zunehmend schwierigen Finanzierung des öffentlichen Sektors beitragen könnte.
Argumente gegen die Einführung einer Vermögensteuer
- Daher können die Einnahmen hinter den Erwartungen
zurückbleiben.
- Vermögenswerte können zwar wertvoll sein, ohne
dass der Eigentümer über ausreichende liquide Mittel verfügt (z. B.
Immobilienvermögen ohne verfügbares Bargeld).
- Es kann zu Kapitalabflüssen kommen.
- Das System kann übermäßig kompliziert werden:
Regeln zur Sicherstellung der Fairness können missbraucht oder zu
rechtlichen Schlupflöchern werden. Dies erhöht die Verwaltungs- und
Kontrollkosten und schmälert die Nettoeinnahmen.
Was
macht eine Vermögensteuer tragfähig und sinnvoll?
Trotz dieser Herausforderungen gibt es Beispiele, in denen Vermögensteuern relativ gut funktionieren, etwa in der Schweiz und in Norwegen.
Nur sehr große Vermögen erfassen: hohe Freibeträge
Die Regelung sollte ausschließlich die sehr Vermögenden – Superreiche – betreffen und nicht die breite wohlhabende Mittelschicht.
Niedrige Steuersätze
Selbst ein Satz von 1 % gilt im internationalen Vergleich bereits als hoch.
Breite Bemessungsgrundlage: alle Vermögensarten
Alle Vermögenskategorien sollten einbezogen werden, um Umgehungsmöglichkeiten durch Ausnahmen zu verhindern.
Ausnahmen sollen Reinvestitionen fördern, dürfen aber nicht missbrauchbar seinEtwaige
Ausnahmen sollten inländische Reinvestitionen fördern, die Wirtschaft beleben und die Beschäftigung steigern, ohne Steuervermeidung zu ermöglichen.
Einbettung in das gesamte Steuersystem
Die Vermögensteuer sollte in das Gesamtsystem passen und keine Schlupflöcher für Steuervermeidung oder Vermögensverlagerung bieten. Die Einnahmen könnten zur Senkung anderer Steuern genutzt werden, die derzeit Arbeit oder Kapitaleinkommen belasten.
Vermeidung von Kapitalabflüssen
Die Regelung darf keine Anreize dafür schaffen, dass vermögende Privatpersonen ins Ausland abwandern oder ihre Investitionen abziehen.
Gewährleistung sozialer Gerechtigkeit
Die Steuer sollte zu einer gerechteren Verteilung der öffentlichen Lasten beitragen, ohne neue gesellschaftliche Spannungen zu erzeugen.
Obwohl die Einführung einer Vermögensteuer sowohl politisch als auch steuertechnisch anspruchsvoll ist, kann ein gut durchdachtes System ein wirksames Instrument zur Verringerung wachsender Vermögensungleichheiten und zur Stabilisierung moderner Volkswirtschaften sein.
Die Berater von LeitnerLeitner sowie des Kompetenzzentrums LeitnerLaw Private Clients und Family Office Services unterstützen bei der Auswahl geeigneter Vermögensstrukturen, der Vertragsgestaltung, der Steuerplanung und administrativen Aufgaben. Sie bieten umfassende Dienstleistungen für eine bewusste Vermögensverwaltung – im In- und Ausland.
Wie kann eine Vermögensteuer effizientere Investitionen fördern?
Eine Vermögensteuer kann über mehrere Mechanismen eine produktivere Kapitalverwendung fördern:
Steuerpflicht unabhängig vom Ertrag
Die Vermögensteuer ist unabhängig von den tatsächlich erzielten Erträgen zu zahlen. Eigentümer müssen sie auch dann entrichten, wenn ein Vermögenswert – etwa eine leerstehende Immobilie oder eine verlustbringende Aktie – keinen Gewinn abwirft. Dadurch wird es unattraktiv, Kapital in wenig oder gar nicht ertragreichen Anlagen zu halten, da diese möglicherweise nicht einmal die Steuerbelastung decken. Dies motiviert Eigentümer, in effizientere und renditestärkere Anlagen umzuschichten.
Ersatz anderer Kapitalsteuern
Theoretisch kann eine Vermögensteuer die Senkung oder Abschaffung weniger effizienter Kapitalsteuern ermöglichen und so die Investitionsentscheidungen verbessern.
Entlastung des Faktors Arbeit
Die Einnahmen aus der Vermögensteuer können die Steuerbelastung der Arbeit verringern und damit die wirtschaftliche Dynamik insgesamt erhöhen.
Eine durchdachte Vermögensteuer kann somit dazu beitragen, dass Kapital nicht in gering genutzten Vermögenswerten „ruht“, sondern aktiv zur Wertschöpfung und zum Wirtschaftswachstum beiträgt.
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