Für viele Unternehmerinnen und Unternehmer erscheint es selbstverständlich: Wenn die Buchhaltung des Unternehmens ordnungsgemäß geführt wird, gibt es aus steuerlicher Sicht kaum noch etwas zu beachten. Der Buchhalter erstellt die Steuererklärungen, verarbeitet die Belege und überwacht Fristen. Daher liegt die Annahme nahe, dass das Unternehmen auch steuerlich auf der sicheren Seite ist.
Die Realität ist jedoch differenzierter. Buchhaltung und
Steuer-Due-Diligence verfolgen unterschiedliche Ziele. Während sich die
Buchhaltung in erster Linie auf die ordnungsgemäße Erfassung vergangener
Geschäftsvorfälle und die Erfüllung steuerlicher Pflichten konzentriert,
untersucht eine Steuer-Due-Diligence, ob die gesamte Geschäftstätigkeit eines
Unternehmens den steuerlichen Vorschriften entspricht und ob Risiken bestehen,
die später zu erheblichen Problemen führen können.
Steuer-Due-Diligence: Schutz des Unternehmens statt Kontrolle des Buchhalters
Viele betrachten eine Steuer-Due-Diligence fälschlicherweise als
Überprüfung der Arbeit ihres Buchhalters. Tatsächlich ist dies nicht der Fall.
Die Buchhaltung zeigt, was passiert ist, während eine Steuer-Due-Diligence
beurteilt, ob dies aus steuerlicher Sicht korrekt gehandhabt wurde.
Eine Steuer-Due-Diligence tritt einen Schritt zurück und betrachtet das
gesamte System. Sie analysiert, ob die steuerlichen Prozesse und Praktiken des
Unternehmens angemessen sind, ob die internen Abläufe effektiv funktionieren
und ob Bereiche bestehen, in denen das Unternehmen unbeabsichtigt steuerliche
Risiken eingeht.
Steuerliche Regelungen ändern sich laufend
Unternehmerische Tätigkeiten bleiben selten unverändert. Neue Kunden werden
gewonnen, neue Produkte eingeführt, internationale Märkte erschlossen oder
Organisationsstrukturen angepasst. Gleichzeitig entwickelt sich auch das
rechtliche und steuerliche Umfeld ständig weiter.
Dadurch kann eine Praxis, die vor einigen Jahren noch vollkommen angemessen
war, später zu einem steuerlichen Risiko werden. Oft handelt es sich nicht um
einen offensichtlichen Fehler, sondern um zahlreiche kleinere Veränderungen,
die sich im Laufe der Zeit summieren. Regelmäßige
Steuer-Due-Diligence-Prüfungen sind daher mit Vorsorgeuntersuchungen im
Gesundheitsbereich vergleichbar: Ihr größter Nutzen liegt darin, Probleme
frühzeitig zu erkennen, bevor sie schwerwiegende Folgen haben.
Probleme entstehen häufig durch Prozesse und nicht durch Einzelfehler
Ein erheblicher Teil steuerlicher Feststellungen lässt sich nicht auf eine
einzelne falsch ausgestellte Rechnung oder einen einmaligen administrativen
Fehler zurückführen. Viel häufiger liegen Schwächen in den internen Prozessen
zugrunde.
Möglicherweise ist die Dokumentation unvollständig oder ein Unternehmen
wendet weiterhin eine Praxis an, die vor Jahren eingeführt wurde, obwohl sich
das geschäftliche Umfeld inzwischen wesentlich verändert hat. Regelmäßige
Steuer-Due-Diligence-Prüfungen helfen dabei, solche systematischen Risiken
frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
LeitnerLeitner zählt zu den führenden Beratungsunternehmen in Mitteleuropa. Dank unseres ganzheitlichen Ansatzes erhalten unsere Mandantinnen und Mandanten integrierte und aufeinander abgestimmte Lösungen für sämtliche steuerlichen, finanziellen, buchhalterischen, lohnverrechnungsbezogenen, rechtlichen sowie prüfungsrelevanten Fragestellungen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrachten jede Aufgabenstellung stets im Gesamtkontext. Auch unsere Buchhalterinnen und Buchhalter unterstützen gerne bei einfachen steuerlichen Fragen. Bei komplexeren Sachverhalten, die spezielles Fachwissen erfordern, ziehen sie die jeweiligen Expertinnen und Experten des entsprechenden Fachbereichs hinzu. So stellen wir sicher, dass unsere Mandanten sowohl von einer praxisnahen laufenden Betreuung als auch von hochspezialisierter Beratung profitieren.
Die Finanzverwaltung prüft zunehmend Systeme und Prozesse
Die Herangehensweise der Finanzbehörden an Betriebsprüfungen hat sich in
den letzten Jahren deutlich verändert. Steuerbehörden analysieren immer größere
Datenmengen, suchen nach Zusammenhängen und Unstimmigkeiten und beurteilen, ob
die internen Prozesse eines Unternehmens eine korrekte steuerliche Behandlung
gewährleisten.
In diesem Umfeld gewinnen interne Kontrollmechanismen, die Schwachstellen
bereits vor einer Betriebsprüfung aufdecken können, zunehmend an Bedeutung.
Regelmäßige Steuer-Due-Diligence-Prüfungen helfen nicht nur dabei, Fehler zu
identifizieren, sondern versetzen Unternehmen auch in die Lage, einer möglichen
Steuerprüfung gut vorbereitet und mit größerer Sicherheit entgegenzutreten.
Eine Steuer-Due-Diligence bietet mehr als reine Compliance
Das Ergebnis einer regelmäßigen Steuer-Due-Diligence ist weit mehr als eine
bloße Liste festgestellter Mängel. Eine professionell durchgeführte Prüfung
unterstützt Unternehmen dabei, Prioritäten zu setzen, wesentliche steuerliche
Positionen zu dokumentieren, Prozesse zu optimieren sowie Verantwortlichkeiten
klar festzulegen.
Der größte Mehrwert liegt jedoch häufig nicht in den einzelnen
Feststellungen, sondern in der Sicherheit, die sie der Unternehmensleitung
bietet. Die Gewissheit, steuerliche Fragestellungen nicht nur reaktiv zu
behandeln, sondern Risiken frühzeitig zu erkennen und aktiv zu steuern, kann
einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil darstellen.
Aus diesem Grund sollte eine regelmäßige Steuer-Due-Diligence als integraler Bestandteil einer verantwortungsvollen Corporate Governance betrachtet werden. Wirklich vorausschauende Unternehmen warten nicht darauf, dass eine Betriebsprüfung bestehende Schwachstellen offenlegt. Stattdessen überprüfen sie in regelmäßigen Abständen selbst, ob ihre Geschäftstätigkeit weiterhin den Anforderungen eines zunehmend komplexen steuerlichen Umfelds entspricht.
Die
Beziehung zwischen Buchhaltung, Lohnverrechnung und Steuererklärungen
Wann
lohnt sich die Auslagerung der Lohn- und Gehaltsabrechnung?
